VORABINFORMATION:

In einem ersten Schritt sollten Sie sich für die weitere Planung der chirurgischen Karriere einen Überblick über Weiterbildungangebote verschaffen. Dadurch fällt es Ihnen leichter eine Weiterbildungseinrichtung zu finden, die Ihren persönlichen Anforderungen entspricht.

Der Karrierebreich unseres chirurgischen Fachportals > Chirurgie-Suche bietet Ihnen all jenen detaillierten Informationen, die Sie für eine Entscheidungsfindung benötigen.

Tipp:

Nutzen Sie den Karrierebereich der > Chirurgie-Suche um eine geeignete Weiterbildungseinrichtung für Ihre individuellen Anforderungen zu finden.


LOGBUCH:

Die Weiterbildungsbücher für das Gebiet Chirurgie erleichtern die Strukturierung und Dokumentation des gesamten Weiterbildungsganges. Es gibt sie für Basischirurgie und die 8 chirurgischen Facharztqualifikationen. Sie enthalten alle Anforderungen und OP-Kataloge und geben Tipps zur Gestaltung von Weiterbildungsgesprächen.

Tipp:

Die Logbücher dienen der Anmeldung zur Facharztprüfung bei den Landesärztekammern. Bestellung der Weiterbildungsbücher (Kosten: 30 €) im > BDC|Shop


FEEDBACK VOM CHEF:

Mindestens jährlich (besser halbjährlich) sollte Ihr Chefarzt mit Ihnen eine Art Weiterbildungsgespräch führen.

Die Inhalte sind im Grunde frei wählbar. Eine Orientierungshilfe kann das vom BDC entwickelte > Logbuch geben. In diesen Gesprächen sollen Stärken, Schwächen und individuelle Entwicklungstendenzen ehrlich erörtert werden. Beide Gesprächspartner sollten von diesem Gespräch profitieren können.

Einen weiterführenden Beitrag zum Thema finden Sie > hier.

Tipp:

Seien Sie kritisch und gehen Sie vorbereitet in dieses Gespräch. Machen Sie sich vorher einen kleinen Zettel über die Themen, die Ihnen auf der Seele liegen. Damit vermeiden Sie, dass etwas vergessen wird.


INDIKATIONS- UND
KOMPLIKATIONSKONFERENZEN:

Sie sind verbindlich in der Weiterbildungsordnung vorgeschrieben.

Die täglichen Indikationskonferenzen sind sogenannte Vorbereitungskonferenzen, welche entweder am Vortage (Nachmittagsbesprechung) oder am Tage der Operation (Vormittagsbesprechung) erfolgen sollten. Es werden alle Operationen die am nächsten Tag erfolgen hinsichtlich der Indikation, OP-Verfahren, möglicher Alternativen und patientenspezifischer Besonderheiten diskutiert. Idealerweise stellt der Operateur seinen Patienten selber vor.

Die Komplikationskonferenzen finden monatlich oder mindestens quartalsweise, je nach Bedarf, statt.

In den sogenannten M&M–Konferenzen (auch Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen genannt) werden

  • alle Todesfälle unmittelbar nach operativen Eingriffen,
  • alle potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen und
  • Komplikationen, die klinikintern gehäuft auftreten sowie
  • schwierige und komplizierte Verläufe erörtert.


Idealerweise erfolgt dies prozessorientiert: Wie war die klinische Situation? > Was ist passiert? > Wie hat man reagiert? > Wie kann man in Zukunft diese Komplikation verhindern? Ein kleiner JournalClub kann diese Konferenzen sinnvoll ergänzen.

Die Indikations- und Komplikationskonferenzen dienen der Verbesserung der Behandlungsqualität unserer Patienten und sollen helfen, Standards zu etablieren oder diese zu hinterfragen. Eine öffentliche Bloßstellung des Arztes im Sinne eines Tribunals muss dabei jedoch unbedingt vermieden werden.

Tipp:

Sehen Sie diese Konferenzen als ›Lernkonferenz‹. Für das Lernen aus unseren Komplikationen, werden unsere Komplikationen immer wertvoller (Sir Karl Popper).


EINTEILUNG ZU OPERATIONEN:

Dies ist immer wieder ein heikles Thema.

Die Operationseinteilung macht erfahrungsgemäß der Chefarzt oder der 1. Oberarzt. Im Dienst liegt es in der Hand des erfahrenen Facharztes (Hintergrunddienst), ob er die Operation selber durchführt oder dem Arzt in Weiterbildung die Chance gibt, diese durchzuführen.

Es gibt in den Weiterbildungsordnungen lediglich vorgeschriebene Mindestmengen an selbstständig durchzuführenden Operationen. Eine zeitliche Abfolge im Sinne wann sind welche Operationen zu welcher Weiterbildungszeit durchzuführen, gibt es nicht. Es gibt lediglich die sehr weiche Forderung, dass Eingriffe nach dem jeweiligen Kenntnis- und Fertigkeitsstand des Operateurs erfolgen sollten. Die Einteilungen zu Operationen sollte transparent und gerecht erfolgen. Dies gelingt den Protagonisten nicht immer. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Operationen täglich. Dem gegenüber steht aber eine große Anzahl an potenziellen Operateuren.

Tipp:

Fordern Sie Operationen ein. Fragen Sie, ob Sie einzelne Prozeduren/ Op-Teilschritte (Eröffnung des Abdomens, Clippen von Gefäßen, manuelle Repositionen von Frakturen usw.) ausführen dürfen. Haben Sie Geduld. Seine Sie nicht allzu enttäuscht, wenn Sie einmal nicht berücksichtigt wurden.


QUALIFIKATION DES WEITERBILDERS:

In Deutschland orientiert sich die Vergabe der Weiterbildungsermächtigung an der medizinischen Qualifikation des Weiterbilders bzw. der Klinik.

Diese Qualifikationen werden von den Landesärztekammern im Rahmen des Ermächtigungsverfahrens in Form eines Antrages abgefragt. Danach entscheidet die Weiterbildungskommission darüber, ob und wie lange die jeweilige Weiterbildungsermächtigung vergeben wird. Dies ist ein rein formaljuristischer Akt. Eine Überprüfung des Weiterbilders hinsichtlich seiner didaktisch-pädagogischen Qualifikation findet leider zur Zeit noch nicht statt. Eine Evaluation des Weiterbilders durch die Ärzte in Weiterbildung ist rein formal in Deutschland nicht vorgesehen.

Ein idealer Weiterbilder verfügt über methodisch-didaktisches Wissen in der Vermittlung von chirurgischen Fertigkeiten, beherrscht moderne Managementmethoden (Personalmanagement, Organisationsmanagement, Konfliktmanagement), besitzt eine gewisse wissenschaftliche Reputation, hat klare Vorstellungen von einer curricularen Ausbildungs- und Weiterbildungsstruktur, ist kritikfähig, besitzt eine ausreichende operative Erfahrung (am Ende seiner eigenen Lernkurve) und sollte eine Vorbildwirkung haben.

Der BDC versteht es, mit seinen Seminarangeboten den jungen Chirurgen in der Aus- und Weiterbildung hilfreich zur Seite zu stehen.

Tipp:

Erkundigen Sie sich bei anderen Assistenzärzten der Klinik nach der Qualifikation oder nehmen Sie Hospitationsangebote war. Aber Vorsicht: Diese Hospitationen zeigen nie die ganze Wahrheit, sondern werden mitunter als Werbeveranstaltungen für die Klinik missbraucht. Besuchen Sie die Internetseite des > BDC. Hier finden Sie interessante Angebote. Fordern Sie Weiterbildung ein.