Niederlassung


Wie sieht es in der Zukunft mit einer Niederlassung aus und ist es einfach sich nieder zu lassen?


In Deutschland ist es nicht so einfach mit der Niederlassung. Sie müssen Facharzt sein, um sich als Chirurg niederlassen zu können. Jedes Bundesland hat eine Bedarfsplanung, an der sich die Anzahl der Niederlassungen in jedem Fachgebiet orientieren. Diese werden dann in Form eines Versorgungsgrades definiert. Hat dieser Versorgungsgrad die 100 Prozent überschritten, so ist eine Neuniederlassung nur möglich, wenn ein anderer seine Niederlassung zurückgibt oder man diese übernimmt.
In der Chirurgie ist es zum Teil noch so, dass der Versorgungsgrad bei über 100 Prozent liegt. Genauere Auskünfte über Niederlassungsmöglichkeiten können Ihnen aber die Ärztekammern der einzelnen Bundesländer sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen geben. Hinsichtlich der Zukunft kann man eigentlich keine Prognosen geben. Fakt ist, dass es auch weiterhin den ambulanten Chirurgen geben wird. Zur Zeit ist das gesamte Gesundheitswesen im Umbruch. Vieles wird diskutiert. Aus meiner Sicht hat die Niederlassung durchaus ihre Zukunftschancen. In welcher Organisationsform dies sein wird, vermag ich nicht vorherzusagen. Eine weitere Form der Niederlassung ist diese ausserhalb der Kassenärztlichen Vereinigungen. Hier dürfen Sie nur Privatpatienten behandeln und keine Patienten aus den gesetzlichen Krankenkassen. Diese können Sie als Facharzt jederzeit eröffnen. Ob dies Sinn macht, kann ich Ihnen nicht sagen, da dies von einigen strukturellen Bedingungen abhängt.


Lohnt es, sich als Chirurg niederzulassen und verdient er mehr oder gleichviel wie ein Internist?


Es lohnt sich als Chirurg, insbesondere als Unfallchirurg, sich niederzulassen. Können Sie noch belegärztlich an einer Klinik arbeiten, so haben Sie eine zusätzliche Einnahmequelle. Als Unfallchirurg können Sie auch als D-Arzt arbeiten. Hier sind jedoch Bestrebungen der Unfall- und Berufsgenossenschaftlichen Kassen zu verzeichnen, diese Ermächtigungen nur an Unfallchirurgen mit der Zusatzbezeichnung spezielle Unfallchirurgie zu vergeben. Sollte sich dies durchsetzen, so dürfte für den niedergelassenen Unfallchirurgen ohne Zusatzbezeichnung ein Einnahmeverlust eintreten. Die Verdienstmöglichkeiten richten sich auch in der freien Niederlassung nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen (Ausstattung der Praxis, Personalkosten, Anzahl der behandelten Patienten, Behandlungsprofil...). Eine pauschale Aussage ist nicht möglich. Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass der Chirurg normalerweise mindestens das Gleiche verdient wie der Internist.