Allgemeines


Schülerinterview zum Beruf Chirurg


1. Wie würden sie ihren Beruf in zwei Sätzen beschreiben?

Es ist eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit am und mit den Menschen. Menschen zu helfen und sie von ihrer Krankheit zu heilen oder auch nur ihre Leiden zu mindern ist enorm befriedigend.

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2. Alle sagen immer, dass das Medizinstudium so schwer ist. Haben sie das auch so empfunden?

Es ist nicht schwerer als andere Studiengänge. Jeder Student muss sich anstrengen egal ob er Medizin, Informatik, Betriebswirtschaft oder Jura studiert.

3. Wann haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient und wie hoch war der Monatslohn? (chirurgische Tätigkeiten)

Mein erstes Gehalt betrug als AiP ca. 900 €. Dies hat sich aber stark verändert. So verdient ein Assistenzarzt im 1. Jahr so ca. 2.500 - 3.000 € (brutto), wenn er am Dienstsystem teilnimmt.

4. Welchen Fachbereich der Chirurgie haben Sie gewählt und warum?

Ich habe die Viszeralchirurgie und hier insbesondere die Koloproktologie (Erkrankungen des Dick-, Mast- und Endarmes) gewählt. Mich fasziniert das operative Spektrum und die Innovationsfähigkeit der operativen Techniken in diesem Teilbereich der Chirurgie.

5. Mit wem arbeiten Sie hauptsächlich zusammen?

Ich arbeite mit Gastroenterologen, Anästhesisten, Onkologen und Radiologen eng zusammen. Die Chirurgie ist Teamarbeit. Ohne das Team funktioniert Chirurgie nicht. Man ist immer nur so gut wie sein Team. Dies bedeutet natürlich im Gegenzug auch, dass man selber teamfähig sein muss.

6. Wie läuft Ihr Arbeitstag ab?

Ganz normal: Morgenvisite, OP, Untersuchungen, Patienten- und Angehörigengespräche, Röntgenvisiten.

7. Welche Arbeitszeiten haben Sie? Gibt es Bereitschaften, wenn ja welche und wozu sind sie da bzw. was macht man da?

Ich habe einen normalen 8-Stunden-Tag plus Bereitschaftsdiensten und Wochenenddiensten. In der Chirurgie gibt es zur Versorgung der Patienten und Notfälle einen Bereitschaftsdienst. Hier kümmert man sich um die stationären Patienten, um Notfälle (Operationen) und kritisch erkrankte Patienten 24 Stunden am Tag oder je nach klinikinternem Dienstsystem auch im 12-Stunden- oder 8-Stunden-Wechsel.

8. Wie läuft eine Operation ab und was ist bei der Vorbereitung wichtig?

Die Operation gliedert sich in drei Phasen
1. OP-Vorbereitung: Gespräche mit dem Patienten zum Operationsverfahren (Aufklärung) und dem Verlauf der Operation sowie den Erfolgsaussichten, Diagnostik und Gespräch mit dem Narkosearzt
2. Operation: Hier wird der Patient in Narkose versetzt, operiert durch das OP-Team: Chirurg plus Assistenten, Anästhesie plus Assistenten und den Instrumentierdienst (reicht dem Operateur die Instrumente und Materialien während der OP an).
3. Operationsnachbereitung: Hier erfolgt die weitere Behandlung des Patienten auf der Station bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus.

9. Warum sind Sie Chirurg geworden?

Mich faszinierte schon immer die chirurgische Arbeit.

10. Was macht Ihnen bei der Arbeit am meisten Freude?

Die Arbeit mit und an den Menschen. Die Möglichkeit, in einem interdisziplinären Team Erkrankungen zu heilen, zu mildern sowie die Arbeit mit modernsten Operationsverfahren und innovativer Technik.


Medizinstudium

Ich habe in diesem Jahr mein Abitur mit einer Note von 1,8 abgeschlossen, und möchte unbedingt Chirurgin werden.
Ich habe mit meiner Note, trotz mehrerer Praktika in der Chirurgie, keinen Medizin Studienplatz bekommen. Ein anderer Studiengang kommt allerdings nicht in Frage. Gibt es irgendeine Möglichkeit, außer über die ZVS an einen Studienplatz zu kommen? Über besondere Qualifikationen oder ähnliches?

Antwort
Leider gibt es keine Möglichkeit, anders an einen Medizin-Studienplatz zu kommen. Eine Krankenpflege-Ausbildung und die Warteliste könnten helfen, ggf. später einen Studienplatz zu erhalten.

Veranstaltungen

Ich bin eine 24-jährige Medizinstudentin im 9. Semester aus Bochum. Ich interessiere mich sehr für das Fachgebiet Orthopädie/Unfallchirurgie und würde mein Interesse gerne verfestigen. Hierfür bin ich immer auf der Suche nach Veranstaltungen, die mir dabei helfen. Können Sie mir welche empfehlen?

Antwort
Für Ihr Engagement in der Unfallchirurgie kann ich Ihnen u.a. unseren Kurs "Chirurgie zum Mitmachen" empfehlen, der sich an Medizinstudierende richtet und der u.a. einen Grundlagen-Vortrag über Unfallchirurgie und auch praktische Kurse (Verbands- und Gipskurs, Ostheosynthesekurs) enthält. Diese Kurse werden seit 2009 in verschiedenen Städten Deutschlands angeboten.

Unsere > Weiterbildungsakademie bietet auch Kurse für Assistenzärzte in der Weiterbildung zu Orthopädie und Unfallchirurgie an, ich weiß allerdings nicht, ob das nicht schon zu speziell ist.

Ansonsten möchte ich Ihnen noch unseren Kongress, den > Bundeskongress Chirurgie empfehlen, der auch immer Vorträge zur Unfallchirurgie enthält. Aber auch die anderen Fachgesellschaften, z.B. die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie bieten auf ihren Kongressen eine Vielzahl von Veranstaltungen zum Thema.

Gesundheit

Ich interessiere mich für den Beruf des Chirurgen und habe diesbezüglich eine Frage: Schließt ein fehlendes oder eingeschränktes räumliches Sehvermögen, bedingt durch Schielen während der Kindheit, eine Karriere in der Chirurgie kategorisch aus oder nicht? Leider finden sich diesbezüglich im Internet keine eindeutigen Informationen.

Antwort
Grundsätzlich gibt es keine Einstellungsuntersuchung für die Chirurgen und damit auch keine besonderen Anforderungen.
Ihre Anfrage hinsichtlich der Beeinträchtigung einer chirurgischen Karriere bei teilweisem oder vollständigem Verlust des räumlichen Sehens ist schwierig zu beantworten.
Ich kenne den Grad Ihrer Sehbehinderung nicht. Grundsätzlich ist es aber so, dass eine aktive Tätigkeit in der Chirurgie im Sinne des Operierens ein gewisses räumliches Sehvermögen sowie eine Übertragung von zweidimensionalen Bilder (Röntgenbilder, Laparoskopie) in die Dreidimensionalität aus meiner Sicht voraussetzt und unabdingbar sind. Inwieweit dies bei Ihnen eingeschränkt oder vollkommen verloren ist, kann ich nicht beurteilen. Ich denke aber, wenn Sie im allgemeinen Alltag und bei handwerklichen Tätigkeiten mit oder ohne Sehhilfe gut zurecht kommen, ist auch eine Tätigkeit in der Chirurgie möglich. Im anatomischen Kurs während des Studiums können oder konnten Sie sich davon schon überzeugen, ob sie anatomische Strukturen erkennen und fachgerecht präparieren konnten. Ist Ihnen dies gelungen, so sehe ich eigentlich keinen Grund es nicht mit der Chirurgie zu probieren.

Ich kann Ihnen folgendes empfehlen:
1.) Versuchen Sie, so viel Zeit wie möglich (gerne auch in Ihrer Freizeit) im OP aktiv zu hospitieren. Hier merken Sie am Besten, ob Ihre Sehbehinderung sie einschränkt.
2.) Erkundigen Sie sich in Heidelberg bei einer universitären Augenklinik, ob es Untersuchungen hinsichtlich der Beeinträchtigung der operativen Tätigkeit bei eingeschränktem räumlichen Sehen gibt
3.) Informieren Sie sich an einer chirurgischen Klinik

Davon sollten Sie dann Ihre Entscheidung für oder gegen die Chirurgie abhängig machen.

Gesundheit

Braucht man für die Chirurgie eine „ruhige Hand“? Mir zittern manchmal die Hände.

Antwort
Eine ruhige Hand braucht jeder Chirurg/jede Chirurgin. Die Anlage dazu bringt man natürlich mit, aber sicher lernt man auch viel im Rahmen seiner Ausbildung dazu. Trainieren können Sie auch - allerdings nur außerhalb eines essentiellen Tremors, der selten ist, aber nur neurologisch behandelt werden kann. Zum Trainieren: dazu gehört vor allem mentale Ruhe. Stellen Sie sich im Alltag mal komplizierten feineren Tätigkeiten und beobachten dann Ihr Handling. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Wiederholung - den Tremor trainiert man sich dann einfach ab.